Der Familienname Kreckler (Krekeler/Kreckeler)

Theorie vom Ursprung und der Bedeutung

von : Markus Kreckler (Juni 1998)

Hallo liebe Kreckler's und Interessierte, 

mein Vater und ich beschäftigen uns schon seit geraumer Zeit mit der Ahnenforschung und mit der Herkunft und Bedeutung des Familiennamens Kreckler.

Heute können wir sagen, daß es ca. 180 Träger dieses Namens auf der Welt gibt und sich der Ursprung auf einige wenige Familien vor allem aus dem Raum Paderborn, Hannover und Höxter beschränkt. Diese Städte liegen geografisch sehr nahe beieinander und untermauern die Theorie eines gemeinsamen Ursprungs aller Familien. 

Unsere direkte Vorfahrenlinie stammt aus Lüchtringen und ist nachweislich auf das Jahr 1733 zurückzuführen. Lüchtringen liegt in der direkter Nachbarschaft zu Höxter im Weserbergland ( Karte ).

Es war nicht ungewöhnlich für die damalige Zeit, dass sich die Schreibweise von Namen zeitweise änderte. da die wenigsten Menschen richtig schreiben und lesen konnten. So wurden die Namen häufig phonetisch geschrieben und die Betroffenen konnten das geschrieben Wort aus Unkenntnis nicht überprüfen und korrigieren. Der häufigste Anlass für eine Änderung der Schreibweise waren Registrierungen beim Militär und das Bestreben möglichst einfach auszusprechende Namen zu schreiben. Zum Anderen wurden Namen bei der Auswanderung einfach geändert (Karl -> Charles). So lässt sich vermuten, dass die Namen Kreckler, Krekler und Krekeler den gleichen Ursprung haben. 

Die ältesten Kirchenbucheintragungen in Lüchtringen, welches heute noch als Maurerdorf bekannt ist (welchen Ursprung dies hat ist ungeklärt, ausser dass von dort viele Handwerker aus dem Baugewerbe beheimatet waren), stammen aus dem Jahr 1642, also aus der Zeit des 30 jährigen Krieges. Oftmals endet die Ahnenforschung in dieser Zeit, da genealogische Aufzeichnungen häufig nur in Kirchen existierten, die zu Kriegszeiten stark litten. In unserem Fall ist dies nicht anders, da die öffentlich zugänglichen Quellen aus dieser Zeit sehr rar sind.  -----  Vielleicht kann das Internet hier gute Hilfe leisten, um Informationen zu verflechten. 

Unsere Therorie ist es ,dass um 1150 Handwerker aus dem Baugewerbe aus " Krekel " nach Corvey kamen. Der Ort "Krekel" ist ein kleines Dorf in der Eifel in direkter Nachbarschaft zum Kloster Steinfeld. Das Kloster wurde 1147 als Kloster gegründet und die Baumaterialien wurden aus den Steinbrüchen der Nähe (daher der Name Steinfeld ? ) herangeschaft. Krekel war direkt der Abtei unterstellt und beherbergete die Handwerker, die beim Bau der Anlage beschäftigt waren. Diese Handwerker könnten im Volksmund "Krekeler" genannt worden sein ( Klingt das nicht auch ein wenig nach "Steineknacker" -> Steinbrecher -> Steinhauer ? )

Die Abtei Steinfeld war direkt an der damals wichtigen Verbindungsstrasse von Köln / Trier und Aachen / Koblenz mit Verbindung ins belgische Malmedy gelegen. Diese Städte waren nicht nur zu dieser Zeit stark im Kirchenbau und Steine wurden auch aus Steinfeld herangeschafft. 

Das Kloster unterstand Arnold II., dem Erzbischof von Köln (seit 1138 Reichskanzler) und engen Freund von Wibald von Stablo (auch Stavelo;vgl. auch Wibald von Stablo später Abt von Montecassino und Corvey, Reichskanzler und Diplomat ), der die benachbarten Klöster Stablo/Malmedy führte (Quelle : Verlag Bautz). Arnold II. krönte 1152 Friedrich I. Barbarossa in Aachen zum Kaiser und war somit wichtiger Verbündeter im Machtgefüge der damaligen Zeit. Zuvor aber wurde der spätere Reichskanzler Abt Wibald von Stablo 1150 mit dem Ausbau des Klosters Corvey zur Reichsabtei beauftragt, um so die Machtstellung des Königs auch gegenüber Rom zu festigen.

Wir vermuten, dass Steinmetze oder Steinhauer, die Krekeler genannt wurden, Ihre Arbeit mit der Fertigstellung des Klosters Steinfeld im Jahre 1150 (Baubeginn 1142) verloren. Steinfeld war zu der damaligen Zeit ein geistliches Zentrum zwischen dem aufstrebenden Köln und Lothringen und nicht unbedeutend für die weltlichen Belange der Könige.

Als Folge des Entschlusses des deutschen Königs, Corvey auszubauen, wurden dort 1150 unter Leitung von Wibald die Arbeiten aufgenommen. Es ist durchaus denkbar, dass er, auch durch seinen Freund Arnold II. aus Köln vermittelt, Gefolgsleute und Handwerker aus Steinfeld zur Seite bekam. 

Ist es ein Zufall, dass genau zu dieser Zeit der "Zug der Moselfranken" zur Besiedelung Ungarns von Köln nach Magdeburg, über Höxter und Corvey begann. Die erste Etappe hatte genau die Städte als Ziel, die später im Machbereicht von Wibald von Stablo lagen. Dem konnten sich die Kekeler angeschlossen haben und so nach Höxter / Lüchtringen gelangt sein.

Dies ist lediglich eine Theorie dem Ursprung des Namen auf die Spur zu kommen, für die es natürlich keine stichhaltigen Beweise gibt, aber immerhin schlüssige Vermutungen. Wir suchen auch weiterhin nach Antworten auf alle offenen Fragen und hoffen auf Ihre Unterstützung, sofern Sie diese Theorie untermauern können. 

Wenn Sie irgendwelche Informationen über andere Familien mit Namen Kreckler haben, so melden Sie sich bitte, um diese Seite so vollständig wie möglich zu halten. 

Gruß

MARKUS KRECKLER